Als großer Formel-1-Fan verschlinge ich momentan fast jedes Buch, das mit der Königsklasse des Motorsports zu tun hat. Mit Frontrunners hat Josie Juniper eine geniale Ausgangsidee geliefert: Er ist der Fahrer, sie die Renningenieurin – wie cool ist das bitte?
Der Einstieg in die Geschichte hat mich sofort abgeholt. Phaedra ist eine starke, intelligente Protagonistin, die sich in der männerdominierten Welt der Formel 1 behauptet. Von Anfang an fand ich sie sympathisch und ihre Perspektive erfrischend. Besonders ihre Beziehung zu ihrem Vater hat mich gegen Ende richtig berührt – ich gebe zu, da war ich den Tränen nah. Gleichzeitig hat mich die Art, wie alles rundherum gelöst wurde, auch ziemlich wütend gemacht.
Cosmin war für mich eher ein schwieriger Fall. Am Anfang war er schlicht unsympathisch: zu arrogant, zu selbstverliebt. Klar, er hat im Laufe der Geschichte ein paar Schichten von sich preisgegeben, die ihn menschlicher gemacht haben, und ja, ich mochte ihn am Ende mehr als zu Beginn – aber zu einem richtigen Fan bin ich nicht geworden.
Was ich an der Geschichte sehr schätze, ist die Liebe zum Detail, die man spürt. Es ist offensichtlich, dass die Autorin sich mit der Formel-1-Welt auskennt. Der Rennkalender, die Abläufe im Team, die Atmosphäre – alles fühlte sich realistisch und gut recherchiert an. Das ist leider nicht immer selbstverständlich bei Büchern in diesem Genre, deshalb war ich hier positiv überrascht.
Was mich allerdings enttäuscht hat, war die Entwicklung der Story. Während der Anfang noch richtig stark war und ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte, ließ die Spannung gegen Ende spürbar nach. Die Handlung zog sich, und irgendwann war ich fast froh, als das letzte Kapitel geschafft war.
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